Wir über uns

Die Regionalgruppe Mesoamerika setzt sich aus Studierenden, Postgraduierten, Lehrenden und Interessierten zusammen, die an Universitäten, Museen, Forschungseinrichtungen sowie in der Weiterbildung, Forschungsförderung und in der internationalen Zusammenarbeit tätig sind. Im Rahmen der jährlichen Mitgliedertreffen und wissenschaftlichen Foren (Workshops, Tagungen, Konferenzen) werden aktuelle Forschungsprojekte diskutiert und der informelle Austausch gepflegt.

Unter dem Dach der DGV strebt die RG insbesondere danach, die regionale Forschungsperspektive in aktuelle Diskussionen in der Ethnologie mit einzubringen. Weitere Ziele bestehen darin, den Austausch mit Museen und anderen Forschungseinrichtungen zu stärken sowie den Nachwuchs innerhalb der DGV zu fördern.

Die RG Mesoamerika ist offen für alle, die sich mit den Kulturen Mesoamerikas in Vergangenheit und Gegenwart befassen. Falls Sie sich für die Aktivitäten der RG interessieren und über die laufenden Aktivitäten informiert werden möchten, wenden Sie sich bitte an die Sprecherinnen.

 

Die Teilnehmer der XV Mesoamerikanisten-Tagung in Bonn am 12.02.2012. Fotografie: Jennifer Schmitz

Mesoamerika

Der Begriff „Mesoamerika“ wurde 1943 vom Historiker und Altamerikanisten Paul Kirchhoff geprägt. Er beschrieb damit das Gebiet der heutigen Staaten Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador und Nicaragua sowie Mexiko (ausgenommen Nordmexiko) als ein zusammengehöriges Areal, welches in vorspanischer Zeit zahlreiche kulturelle Merkmale teilte (z. B. Anbautechniken, ähnliche Kalendersysteme auf der Basis eines Vigesimalsystems, zeremoniell und rituell durchgeführtes Ballspiel, ähnliche religiöse und kosmologische Konzepte, die Pyramide als Grundtyp des monumentalen Zeremonialgebäudes, Entwicklung verschiedener Schrift- und Notationssysteme). Es handelte sich dabei also nicht um eine geografische, sondern um eine von kulturellen Eigenschaften bestimmte Gebietsbezeichnung.

Während Kirchhoff und seine damaligen Kollegen sich noch im Wesentlichen auf die historische, linguistische und archäologische Erforschung der antiken – also vorspanischen - Kulturen Mesoamerikas bezogen, umfasst die heutige Mesoamerika-Forschung ethnologische, politik-, sozial-, literatur- und sprachwissenschaftliche ebenso wie archäologische und historische Themen. Außerdem sind die starren regionalen Abgrenzungen Mesoamerikas vor dem Hintergrund von Mobilität und Migration, die diesen Raum besonders auszeichnen, fraglich geworden. Einen Einblick geben hierzu die Forschungsthemen der einzelnen Mitglieder.

 

Mesoamerika und seine fünf Regionen: der Nordwesten, das Zentralplateau, die Golfküste, Oaxaca und das Maya-Gebiet (Kartennutzung mit freundlicher Genehmigung der Foundation for the Advancement of Mesoamerican Studies, INC./www.famsi.org)